26 Januar 2012

67. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Erinnern, Gedenken, Verantwortung übernehmen
Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar
Der 27. Januar 1945 ist der Tag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die sowjetische Rote Armee. Dieser Tag der Befreiung ist für diejenigen, die die deutsche Vernichtungslogik überleben konnten, nur eine physische Befreiung gewesen - Auschwitz ist für viele Überlebende weiterhin präsent und prägt ihr Leben ebenso wie das all der anderen Shoa-Überlebenden.
Heute tragen wir für sie Verantwortung: Die Verantwortung, die Verbrechen zu erinnern, Taten und Täter zu nennen und die Geschichte zu lernen; Verantwortung, zu gedenken um Opfern ihre Würde und Individualität zurückzugeben und das Leben der Überlebenden und ihrer Nachkommen zu würdigen und zu achten; Nicht zuletzt die Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft, in denen Krieg, Gewaltherrschaft und Rassismus gesellschaftliche Realitäten bleiben und Antisemitismus, wie eine Studie kürzlich belegte, tief in der deutschen Gesellschaft verwurzelt ist; Und wir haben eine Verantwortung für die Sicherheit des Staates Israel und seiner Bürger_innen - mehr als 200.000 Shoa-Überlebende und ihre Nachkommen werden in der Gegenwart durch terroristische Bedrohungen traumatisiert.
Der 27. Januar ist ein Tag, den Opfern der Shoa und des Nationalsozialismus zu gedenken und persönlich Verantwortung zu übernehmen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft!

DIG Hochschulgruppe Rostock

(c) Lukas Welz
Wider der „Entsorgung“ von Auschwitz im Rahmen des Holocaustgedenktages
Isaak Rohde und Daniel Leon Schikora
Am 27. Januar wird auch in Rostock anlässlich des Jahrestages der Befreiung von Auschwitz der Opfer des Nazismus gedacht werden.
Die DIG-Hochschulgruppe betrachtet es als unverzichtbar, nicht zuletzt auch im Rahmen des Holocaustgedenktages an die von Deutschland ausgehenden präzedenzlosen Genozidverbrechen öffentlich zu erinnern. Wir weisen alle Bestrebungen zurück, diese Verbrechen als mehr oder weniger unvermeidliche Folgeerscheinungen von Krieg umzuinterpretieren und auf diese Weise zu verharmlosen.
Die Vorstellung, eine „Lehre aus der deutschen Geschichte“ lasse sich in der Aufforderung: „Nieder wieder Krieg!“, fassen, halten wir für kritikbedürftig. Sie blendet die historische Tatsache aus, dass die militärische Niederschlagung des „Dritten Reiches“ ungeheuerliche Opfer erforderte, die die ihre Freiheit gegen den Nazismus verteidigenden Nationen erbringen mussten, um das Regime vom Erdboden zum Verschwinden zu bringen, das „Auschwitz“ hervorgebracht hatte. Wie es Paul Spiegel, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, einst gültig formulierte:
„Hinter dem Ruf nach Frieden verschanzen sich die Mörder.“  Und: „Man kann nicht a priori Nein zum Krieg sagen. Die Konzentrationslager wurden auch nicht von Friedensdemonstrationen befreit, sondern von der Roten Armee.“
Die Erkenntnis, dass eine Welt des Friedens und der Freiheit, eine Welt ohne Faschismus erst noch zu erreichen ist, kommt in dem Schwur von Buchenwald vom 19. April 1945 zum Tragen, in dem es heißt:
„Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
Derzeit findet z. B. in Appellen, die Islamische „Republik“ Iran unter keinen Umständen militärisch daran zu hindern, nuklear aufzurüsten, die Bereitschaft zur „friedlichen Koexistenz“ mit Mördern und Faschisten ihren Ausdruck. Solche „Friedens“-Proklamationen sind mit der antifaschistischen Tradition offenkundig nicht nur unvereinbar; sie verhalten sich zu dieser Tradition diametral.

11 Januar 2012

DIG Hochschulgruppe gegründet

Warnemünder Mole [(c) User OmiTs, Wikimedia 2010]
Freunde Israels organisieren sich an Rostocker Hochschulen
Von Roland von Klaeden und Daniel Leon Schikora
Sechs Rostocker Studierende, die sich in besonderer Weise mit Israel verbunden fühlen, haben am 11. Januar 2012 eine Hochschulgruppe ins Leben gerufen. Diese Initiative stellt ein absolutes Novum in der gesamtdeutschen Universitätslandschaft dar, da es bis zu dem Zeitpunkt noch keine derartige Gruppe  der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) gegeben hat.
Ziel der Organisation ist es, allen Rostocker Studentinnen und Studenten ein positives Bild vom jüdischen Staat zu vermitteln sowie einen differenzierten Blick auf die dortigen gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse zu ermöglichen. Dies soll in Form eines monatlichen Stammtisches sowie durch öffentliche Vorträge, Exkursionen und Reisen verwirklicht werden. Sprecher ist der Promotionsstudent Daniel Leon Schikora. Vertreten wird er durch den Politikstudenten Isaak  Rohde.
Das Potenzial weiterer Hochschulgruppen in Deutschland für Israel ist nach Auffassung des DIG-Präsidenten Reinhold Robbe groß. Klare Zeichen gegen Antisemitismus, Antizionismus und Rassismus, für Israel und die deutsch-israelischen Beziehungen seien nicht zuletzt angesichts von Boykottaufrufen gegen israelische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler notwendig und aktuell, betonte Robbe.
Israel als eines der technologisch und wissenschaftlich höchst entwickelten Länder würde zudem viele Möglichkeiten für wissenschaftlichen Austausch, zur Erweiterung akademischer Horizonte und zur Öffnung beruflicher Perspektiven bieten.
Weitere Informationen und Kontakt zur Hochschulgruppe.

10 Januar 2012

DIG-Tagung "Die christlichen Kirchen und der Staat Israel"

Kirchen bekräftigen Solidarität mit Israel 
Nikolaus Schneider, EKD-Ratsvorsitzender und der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff auf Studientagung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Kooperation mit dem Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Konrad Adenauer Stiftung

Berlin (dpa) - Die beiden großen Kirchen haben ihre Solidarität mit Israel bekräftigt und für eine Zwei-Staaten-Lösung zur Überwindung des Nahost-Konflikts plädiert. «Die Aufgabe der evangelischen Kirche sehe ich darin, freundschaftlich und tief verbunden dem Staat Israel zur Seite zu stehen», sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider am Dienstag in Berlin.

Für das jüdische Volk gebe es unter den heutigen politischen Bedingungen keine Alternative zum Staat Israel. «Solange dies der Fall ist, stehen wir als Christinnen und Christen in Solidarität mit dem Staat Israel, für dessen Existenz wir einzutreten haben.» Eine religiöse Überhöhung des Staates Israel sei aber «theologisch unzulässig» und gefährde die Friedensbemühungen.

Für die katholische Kirche stehe «das Existenzrecht Israels als eines jüdischen Staates außer Frage», betonte der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff. Gleichzeitig habe auch das palästinensische Volk das Recht auf einen unabhängigen und wirtschaftlich lebensfähigen Staat.
Einen ausführlichen Bericht findet ihr hier.
Einen Bericht auf Deutschlandfunk findet ihr hier.

13 November 2011

Grünes Israel

Die Gruppe der jungen Spezialisten beim Auditoring. (© JNF-KKL)
Die Gruppe der jungen Spezialisten 
beim Auditoring. (© JNF-KKL)
greenXchange Young Professional Umweltaustauschprojekt der Deutsch-Israelischen Zukunftswerkstatt 2009  
JERUSALEM/DÜSSELDORF (im/jnf)
Im September 2011 haben 24 hoch qualifizierte und engagierte israelische und deutsche Young Professionals an einem einwöchgien Seminar des "Jüdischen Nationalfonds Keren Kayemet LeIsrael" (JNF-KKL) in Israel teilgenommen. Das Begleitprogramm "greenXchange" stellt dabei den Rahmen und soll zwischen Israel und Deutschland eine innovative Zusammenarbeit im Umweltbereich schaffen. (weiterlesen im Israel Magazin)

Einen Artikel der Jüdischen Allgemeinen zum Projekt kann man hier lesen.
Hier findet ihr das diesjährige Programm, die Beschreibung sowie allgemeine Informationen zum Projekt.